In die weite Welt hinein

Warum gleich 3? Abenteuer Koh Phi Phi

Ich würde jetzt gerne wie üblich anfangen zu erzählen, was wir den Tag über gemacht haben, aber da diese Nacht unvergesslich schrecklich war, fange ich mal hiermit an. Nachdem unser Guesthouse auf den zweiten Blick schlimmer wurde, waren wir sehr froh, dass wir nicht verlängert hatten. Abends fing dann Partymusik an und das in einer Lautstärke- wie wenn jemand bei uns untem im Keller Party macht! Das erste Mal in 3 Monaten, dass wir nicht schlafen konnten, weil zuviel Lärm war. Nicht schön! Irgendwann nachts hörte die Musik auf, wir schliefen ein. Dann war da aber ein unüberhörbares Rascheln… zuerst dachte ich, es käme von einer Plastiktüte, die vom Ventilator angeweht wird (der war nämlich an). Dann fiel mir aber ein: „Oh, in den Plastiktüten war ja unser Müll vom Essen drin….“ Ohje! Das Rascheln hörte nicht auf, es war zu dunkel, um was zu sehen, die Panik wuchs- was ist das? Mit der festen Überzeugung, dass da eine Ratte/Maus in unserem Zimmer war, schaltete ich todesmutig den Lichtschalter ein — nichts! Nichts zu sehen und das Rascheln hörte auch nicht auf. Stephan stand dann todesmutig auf, guckte nach- 2 Kakerlaken. 2. Neuer Rekord. Wie ein Held aus einem Fernsehfilm machte er beide platt! Puh! Das ging ja nochmal gut. Ich war auch sehr froh, dass die Essenssachen nicht im Mülleimer waren, da hätten wir sie nicht wieder rausgekriegt.
Morgens standen wir dann völlig gerädert auf und packten unsere Sachen, da wir ja heute noch das Hostel wechseln müssen. Ich hob eine Tüte an- und eine Kakerlake lief mir über den Fuß! IIIIIIIIHHHHHHHHHHH!!!!! IGITT!!!!! STEPHAN HACK MIR DEN FUß AB!!! ARGHHHH!!!! Ohjee Ohjee Ohjee!!!! Ich war völlig fertig danach, 3 Kakerlaken in einer Nacht und dann läuft mir eine auch noch über den Fuß! Stephan machte auch diese weg und ich weigerte mich, mein Gepäck weiter anzufassen- wer weiß, was da noch alles drin ist! Stephan musste also für mich zu Ende packen und dann ging es raus aus diesem Horror-Guesthouse!
Wir gingen dann in die Stadt, luden unsere Sachen ab und holten uns ein Sandwich zum Frühstück. Dann ging es ab aufs Boot und wir schnorchelten an unserer ersten Station Shark Bay. Ein Crewmitglied schmiss Reis ins Wasser, um die Fische anzulocken. Es kamen vor allem die kleinen, niedlichen Zebrafische- die sich im Futterwahn fast in Piranhas verwandelten. Ich stand ja noch oben auf dem Boot und musste ins Wasser, das war wirklich nicht schön! Ich sprang an der Seite rein und traute mich gar nicht meine Arme zu bewegen, soooo viele Fische waren vor mir. Schnell weg von da. Die Korallen waren dann aber sehr schön, wir sahen einen Needlefish und Pufferfische, ansonsten war nicht viel los unter Wasser, Haie sind nur sehr früh morgens zu sehen.
Danach ging es zum Maya Beach- vorbei an den Viking Caves- und unser Tourguide sorgte für heillose Verwirrung, denn er schaffte es nicht, deutlich zu machen, dass wir entweder hinschwimmen oder mit dem Kajak fahren konnten. Er fing an noch irgendwie vom National Park und Bamboo Islands zu reden… wir waren völlig verwirrt, sprangen irgendwann in ein Kajak und ließen uns 20 Meter zur Anlaufstelle für den Maya Beach paddeln- Super Kajak Fahrt! Ironie aus. Naja, der Maya Beach war dann auch die HÖLLE. Man nehme 5.000 Menschen, circa 30 Boote und packe sie alle an den gleichen Strand. Keine Ahnung, warum der Beach so beliebt ist, man kann in einer 10 Meter Schneiße zwischen den Booten schwimmen, hat nie auch nur einen Moment Ruhe- alles nur wegen dem Film? The Beach? Langsam aber sicher fängt Koh Phi Phi mir echt an, Leid zu tun. Überall Touristen, überall Müll, Lärm und dann trotzdem so eine traumhafte Kulisse. Ach, ist das Schade, dass das so verhunzt wird!
Nach dem Beach fuhren wir zum Monkey Beach. Hier hatten wir wieder die Wahl, Kayak, schnorcheln oder an den Beach fahren. Wir holten uns erst ein Kajak und fuhren dann eine viertel Stunde um die Felsen, dann gaben wir unser Kajak wieder ab und wollten zum Strand schwimmen. Es. War. Furchtbar! Am Anfang noch voll schöne Korallen, jede Menge Seeigel- und das durchgehend bis zum Strand. Die Korallen/Steine kamen immer dichter, je näher wir am Strand waren, irgendwann konnte man nicht mehr schwimmen, man musste auf den Steinen stehen. Die Wellen waren nicht hoch, ich bin aber 4 Mal hingefallen, weil man so wackelig auf den Steinen steht. Und ich hatte *jedesmal* Angst auf einen Seeigel zu fallen. Irgendwann lag ich da nur wie ein fetter Fisch im Wasser, Aua überall (man fällt ja auf Steine) und rief zu Stephan nur „Hilfe Hilfe Hilfe!“. Zu zweit kämpften wir uns dann weiter an den Beach. Da sahen wir dann ein paar Affen, die schön von Touristen gefüttert wurden und die rettenden Kajaks, mit denen wir dann in aller Ruhe über die Stein und Korallen zurück rudern konnten.
Der letzte Stop war dann Bamboo Island, hier fuhren wir mit dem Kajak zum Strand, gingen ein wenig schnorcheln, spazierten ein wenig und dann ging es mit dem Kajak zurück. Für mich war das irre lustig (für Stephan weniger, der musste paddeln), denn wir hatten hohen Wellengang, alle paar Meter schwabte das Wasser über das Kajak und ich sang lauthals „Seeräuber Opa Fabian“ von Pippi Langstrumpf :).
An Board zurück stellten wir dann auch fest, warum so wenige schwimmen gingen, überall im Wasser waren kleine Quallen, die sehr unangehm auf der Haut brannten. Glücklicherweise hatte uns keine erwischt.
Da das Wetter den ganzen Tag über keine Sonne zeigte, konnten wir abends leider auch keinen Sonnenuntergang auf dem Boot beobachten, es ging also zurück zum Pier.
Von hier mussten wir noch zu unserem neuen Hotel. Ein Thai kam mit einer Art Schubkarre für unsere Sachen und das war wirklich gut, denn unser Hotel liegt mal eben am Popo der Welt, hoch auf einem Berg! Eine halbe Stunde brauchten wir vom Pier zum Hotel, gegen Ende fuhren wir sogar Auto (und- erinnert euch- hier gibt es sonst keine Autos!) und die ganze Zeit fragten wir uns: „Müssen wir das auch wieder zurücklaufen?“. Das Zimmer ist okay, aber niemals 27 Euro wert. Wir haben mal geguckt, es ist die teuerste Übernachtung die wir je hier in Asien hatten (außer Japan natürlich).

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