In die weite Welt hinein

Thaipusam Festival 2014

Gestern abend erfuhren wir von einem riesigen Festival: An den Batu Caves feiern Hindus das Thaipusam. Über 1,2 Millionen Besucher waren letztes Jahr dort. Das Fest gedenkt einerseits des Geburtstags von Gott Murugan, dem jüngsten Sohn von Shiva und Parvati, sowie der Übergabe einer vel (Lanze) von Parvati an Murugan, damit er den Dämonen (Rakshasa) Soorapadman besiegen könne.
Wir wollten natürlich auch hin! Es ging also zur Busstation und siehe da, perfektes Timing- für 1 Euro kamen wir zu den 15 Kilometer entfernten Batu Caves. Dies sind Kalksteinhöhlen, in denen mehrere Hindutempel gebaut wurden. AUf dem Vorplatz steht eine 42,7 Meter große Statue des Hindugottes Murugans.
Als wir dort ankamen, war schon viel los! Überall Menschen, laute Musik, Stände, an denen man Essen, Trinken, Souvenirs kaufen kann. Die Hindus trugen alle ihre bunten Gewänder, ein Kleid schöner als das andere. Einige ließen sich auch die Haare abscheren, die Pilger lösen damit ein Gelübde ein oder erbitten mit einem neuen Gelübde den Segen einer Gottheit.

Nachdem wir uns ein wenig durchgefragt hatten, was wann wo stattfindet, stellten wir fest, dass wir zu früh da waren: erst gegen 17 Uhr, also 5 Stunden später, sollten die rituellen Feierlichkeiten stattfinden. Da es definitv zu heiß war, um 5 Stunden lang in der Gegend herumzulaufen, taten wir das einzig naheliegende: Wir setzten uns in einen McDonalds und warteten 4 Stunden lang. 😀 Auch mal eine Erfahrung… Danach ging es aber zurück zu den Batu Caves und das warten hatte sich gelohnt: Viele männliche Hindus trugen bis zu 125 kg schwere geschmückte Metallgestelle, die sie die 272 Treppenstufen bis zu den Batu Caves herauftrugen. Wikipedia sagt dazu:

„Die Teilnehmer beginnen dabei bereits Monate im Voraus sich mit Hilfe eines Lehrers auf das Fest vorzubereiten bei dem sie sich in einen Trance-Zustand versetzen, Haken oder Spieße durch verschiedene Körperstellen stechen und anschließend bunt geschmückt und mit beigeführten Opfergaben eine Prozession zu einem Tempel des Gottes Subramaniam antreten um dabei ein Gelübde zu erfüllen, sich von Sünden reinzuwaschen oder um Gesundheit und Glück zu bitten. Blut tritt dabei verhältnismäßig selten aus den Wunden aus, die teilweise mit Asche desinfiziert werden.“

Das ganze Prozedere mit der lauten Musik und den Trommeln überall war unglaublich beeindruckend. Ich hatte zu Stephan am Morgen gesagt, dass ich nicht die Treppenstufen rauf will (krank und so), wir sind dann aber doch rauf und es war wirklich ein beeindruckendes Erlebnis! Wirklich viele Menschen gehen dort hinauf, die Treppen sind voller Schuhe, die verloren wurden und überall rufen die Menschen denen, die die schweren Sachen tragen, aufmunternde Worte zu. Zusammen mit der Musik, die überall zu hören war, fühlte man wirklich, wie sehr die Hindus für ihre Religion leben, eine unglaubliche Leidenschaft. Wir brauchten bestimmt eine halbe Stunde für den Aufstieg, oben in den Batu Caves angekommen war es dann angenehm kühl. Wir sahen uns nur die beiden Haupthöhlen an, danach ging es wieder runter, es war sehr wuselig dort oben.

Auf jeden Fall war dieser Tag das religiöseste Erlebnis, dass wir bisher auf unserer Reise hatten!

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