In die weite Welt hinein

Shanghai – Griff in Tee

Spruch des Tages kommt von Stephan:
„Das können wir keinem erzählen, ich hab doch versprochen, dass ich auf dich aufpasse. Das ist wie bei ner Kausalkette: jeder normale Mensch hätte hier, hier und hier Stop gesagt. Mensch, wenn ich nicht aufpasse, wirst du noch gegen Kamele eingetauscht!“

Heute war unser zweiter Tag in Shanghai und nach einem guten Schlaf konnte das Abenteuer beginnen. Anna und ich sind mit vollem Elan aus dem dem Hotel und schon auf der ersten Straße standen zahlreiche Menschen. Völlig überfüllt und auch geruchsintensiv standen die Einheimischen vor ihren Straßenständen oder saßen auf ihrem Moped. Wir sind weiter Richtung People Square gegangen und fanden etwas sehr leckeres zu essen. Eine Kartoffel aufgeschnitten auf einem Spieß. Dieser war mit Ketchup und Tomatensalz gewürzt – jam jam. Wir also weiter mit gefüllten Magen.
Leider wurden dann wir Opfer eines billigen Bauernfängertricks. Eine chinesische Gruppe sprach uns an und sie fragten nach einem Gruppenfoto. Wir kontaktfreudig und offen, hatten natürlich nichts dagegen von der Gruppe ein Foto zu schießen. Danach wurden wir gefragt, ob wir von uns beiden ein Foto haben möchten. Eine aus der Gruppe machte dann ein Foto und wir kamen allesamt gut ins Gespräch. Wir unterhielten uns sehr nett über dies und das und schließlich kamen unsere Gegenüber auf eine heute stattfindende Tee-Zeremonie zu sprechen, sie würden da ja unbedingt hingehen wollen und was wir denn davon hielten, sie zu einer solchen traditionellen Tee Zeremonie zu begleiten. Auf jeden Fall, Kontakt mit sympathischen Einheimischen suchen wir ja sowieso, und so schlossen wir uns der Gruppe an. Auf dem Weg zur Zeremonie wurden wir beide von allen pausenlos vollgelabert und ausgefragt, was durch das holprige Englisch der Chinesen viel Konzentration kostete, das wir beide nicht zum nachdenken kamen. Dann erreichten wir ein zweiten Stock eines Einkaufcenters, dem Champs Elysee Shanghais, sehr nobel, in dem wir in einem ausgeschmückten Zimmer Platz nahmen, um dort die Tee-Zeremonie abzuhalten. Hinter einem kunstvoll geschmücktem Holztisch, der mit zahlreichen Tee-Untensilien geschmückt war, saß eine junge Tee-Meisterin, die nun im Minutentakt Tees aufbrühte und servierte und mit einem nicht enden wollenden Schwall von Erklärungen und Erläuterungen unterlegte ( nur auf Chinesisch ) . Die Gruppe übersetze simultan und lieferte die zu empfundene Bewertung des Ganzen gleich mit, während wir damit beschäftigt waren, fünf verschiedene Tees aus winzigen Schälchen in der uns vorgemachten Trinkhaltung ( Finger abspreizen ) und Schluckabfolge zu genießen. Zuvor zeigte man uns eine Preiskarte, die eine Teevorführung umgerechnet mit 4 Euro pro Person verrechnete, was ich preislich ziemlich ok empfand und für China angemessen erschien. Zum Tee wurden Geschichten erzählt und wir erfuhren, welcher Tee für die ewige Liebe sorgt, die Nieren stärkt und den Rauchern die Lungen wieder frei macht. Nach einer halbe Stunde war die Show zuende und uns wurde die Rechnung präsentiert:110 Euro. Obwohl der Preis um mehr als das Zehnfache lag, als das was wir erwartet haben, waren wir in diesem Moment viel zu perplex und überwältigt den Betrag abzuschlagen. Wir bezahlten. Wieder auf der Straße und fragend nach dem Sightseeing-Bus wurde uns dann der Stand 500 Meter weiter empfohlen. Wir verabschiedeten und langsam meldete sich unser Verstand zurück. Wir versanken kurz ein Moment in Gedanken und mit dem Begreifen meldete sich die Wut zu Wort und wir schauten auf unsere Umrechnungstabelle. Wir wurden so leider reingelegt, und waren der Situation ausgeliefert. mit Sinn und Verstand sind wir weiter und dachten nur … Wie doof.

Mit leeren Taschen und wenig Bargeld sind wir zur nächsten City-Bus Station und haben dort gewartet. Nach der City Tour haben uns wieder drei Chinesen angesprochen und fragten nach einem Foto. Anna schrie ein Böses Nein und sie drehten sich weg. Es ist echt schade, aber wir haben daraus gelernt.

Zur Abenddämmerung waren wir am Bund. Super schöne Kulisse, aber schaut auf den Fotos selbst. Uns gehts Auf jeden Fall gut, nur mit ein paar Euronen weniger !

Im Hotel angekommen begrüßte uns die erste Kakerlake, ich hab sie unter Kreischen von Anna in der Toilette versenkt 😉 Heute haben wir auch das erste Mal Wäsche gewaschen, mal gucken ob sie morgen noch hängt…

Auch wenn das jetzt alles sehr negativ klingt, war der Tag ansonsten echt toll und Shanghai ist eine schöne Stadt!

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