In die weite Welt hinein

Whitsundays Tag 1

Heute geht es los- 2 Tage Segeln in den Whitsunday Inseln! Wir kauften uns noch ein Päckchen Alkohol- Vodka Cranberry- und stiefelten los richtung Yachthafen. Dort angekommen wurden uns unsere Stingsuits gegeben, dünne Neoprenanzüge, die man hier wegen der giftigen Quallen immer tragen muss. Auch wurde sichtbar, wieviel Goon (Fisch-Wein-Zeug) die Leute gekauft hatten: Massen. Oha, das wird lustig! Es ging los richtung Boot, wir waren 24 Leute und als wir das Boot das erste mal sahen, dachten Stephan und ich nur: „Da passen wir alle rein…?“.
Uns wurde unser Bett zugewiesen, dass glücklicherweise nicht so klein wie gedacht war. Wir fuhren raus aus dem Hafen und der Skipper (Bootsführer) fing an zu erzählen, was so alles schiefgehen kann, dass alles im „ist-witzig-wenn-das-Boot-sinkt-haha“-Stil. Fand ich nicht so lustig, denn aufgrund des schlechten Wetters hatten wir auch ziemlich starke Winde. Ich betete, dass die Seasick-Tabletten gut helfen würden, ein zweites Koh Tao wäre ein Alptraum!
Auf offener See setzten wir dann die Segel und der Skipper warnte uns glücklicherweise rechtzeitig, dass wir lieber in unsere Stingsuits wechseln sollten, weil wir gleich eh alle nass werden würden. Gesagt, getan. Ich meinte noch in einem Anflug von guter Stimmung: „Hey, dass ist das erste Mal, dass ich auf einem Segelboot bin!“- da schwappte auch schon die erste Welle übers Deck und machte alle nass. Es war ziemlich kalt wegen des Windes und natürlich schwankte das Boot auch links, rechts, links, rechts.
Und dann fing der Alptraum an: Bei einer besonders hohen Welle fiel eine Südkoreanerin von der Leiter und schlug sich den Kopf und das Kinn auf. Das gemeine für mich: Ich war an Deck, Stephan unten und irgendeiner sagte irgendetwas mit „guy“, wo ich denn auf einmal voll Panik bekam, weil es erst hieß, es wäre ein Mädchen und dann doch nicht und Stephan kam und kam nicht wieder. Dann gab es für mich Entwarnung, es war ein Mädchen, das gefallen war, aber Stephan kam immer noch nicht wieder. Und ich wollte nicht aufstehen, weil das Boot so wackelte und ich nicht auch hinfallen wollte. Nach 10 Minuten war ich völlig am durchdrehen und bin dann doch runter, da läuft er mir putzmunter entgegen. Boah. Zurück zur Südkoreanerin, sie hatte wohl keine Gehirnerschütterung, konnte sich aber an die letzten 3 Tage nicht mehr erinnern…!!!
Die Stimmung war natürlich hin, alle waren sehr besorgt um sie. Irgendwann kamen wir dann am ersten Schnorchelstop an, die Wellen wurden kleiner und es gab ein wenig Entwarnung, sie war nicht so schwer verletzt, dass wir umkehren müssen. Das führte bei uns Mädchen nur zu der Aussage, dass wir mit so einer Verletzung aber nicht weiter segeln würden…
Jedenfalls sprangen wir dann völlig verfroren ins Wasser, das glücklicherweise nicht zu kalt war. Die Sicht war nicht so toll und auch sonst gab es kaum etwas Neues oder Spektakuläres zu sehen. Schade! Stephan schaffte es dann auch noch, seinen Schnorchel zu verlieren, der war bei der schlechten Sicht nicht wiederzufinden. Mist.
Auf dem Boot fiel uns dann einer unserer Mitstreiter auf, der die ganze Zeit humpelte- er meinte, er habe sich vor einer Woche den Zeh gebrochen. What? Beim Arzt war er auch nicht, Verband und so hatte er auch nicht drum. Ich war sehr verwirrt, konnte sein Englisch aber nur schlecht verstehen und dachte mir, naja, vielleicht hat er ja keine Krankenversicherung?
Zwei Verletzte und Stephan hatte sich beim Schnorcheln an einer Koralle den Fuß aufgeschnitten. Naja, wenigstens das war nicht allzu schlimm.
Wir fuhren dann in eine Bucht, wo wir noch zu einem Aussichtspunkt gefahren wurden, an denen man sich alte Zeichnungen von Aborigines angucken konnte. Auf dem Rückweg sahen wir, dass eine andere Backpackerin sich auch den Fuß an den Korallen aufgeschnitten hatte, das sah schon schlimmer aus, aber auch nicht so, dass es genäht werden musste. Man man man. Die einzige Frage, die wir uns stellten, war: Wer war der Nächste? 🙁
Abends war das Feiern dann auch eher verhalten, alle hatten Respekt vor den Wellen und tranken nur wenig Alkohol. Ich glaube, gegen 11 Uhr gingen auch schon alle schlafen… Toller Tag! *Ironie*

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