In die weite Welt hinein

Great Barrier Rief – Mantaray Bay & Club 10

Nach dem Abenteuer gestern beschloss ich, keinen Nightdive mehr zu machen- das hieß für mich, tagsüber 4 Tauchgänge, Stephan blieb bei seinen 3 Tagtauchgängen und einem Nachttauchgang. Für den Morgendive bekamen wir Tom, einen Engländer, zugeteilt- also ein Dreierbuddyteam. Wir sprangen morgens um 6 Uhr ins Wasser, die beste Zeit zum Tauchen, da die Nachtfische zu Bett gehen und die Tagfische aufstehen, im Idealfall sieht man also von Beidem etwas. Wir sprangen ins Wasser und schwammen diesmal links vom Schiff. Wir sahen wieder eine Schildkröte und auch einen Pufferfisch. Wir schwammen ein wenig umher und irgendwann stellten wir fest, dass wir ziemlich falsch navigiert hatten. Wir waren an einer Wand und beschlossen, drüberhinweg zu tauchen, was uns auf 1-2 Meter Tiefe brachte. Mensch mensch, rauf und runter ist gar nicht gut, Stephan steckte kurz seinen Kopf aus dem Wasser- ah, da war das Schiff und zurück ging es. Dann kam aber wieder ein Highlight- ein Lionfisch bei Tag! Woaaah, diesmal hatten wir die Kamera dabei und konnten Fotos machen. Juhu! Es ging zurück zum Schiff und raus aus den nassen Sachen- nur um eine halbe Stunde später wieder reinzuschlüpfen. Wir tauchten nämlich um 6,8 und 11 Uhr- Powerdiving! Stephan kam bei diesem Dive nicht mit und so schwamm ich mit Tom allein. Ein wenig mulmig war mir schon so ganz ohne Stephan, aber Tom war der ruhigste Tauchbuddy ever und ein superangenehmer Typ. An diesem Tauchspot gab es einen Swimthrough, also eine Art enge Straße, durch die wir Tauchen konnten. Es war sooo cool! Immer wieder engere Stellen, wo man sehr auf seine Tarierung (Gleichgewicht im Wasser) achten musste, aber auch entspannte Stellen, wo man sich auf die nächste Enge vorbereiten konnte. Dann kam aber ein kleiner superGau, wir kamen in eine Art Höhle (nach oben offen), nach vorne war eine Wand und nach links war es zwar offen, aber auch wirklich, wirklich eng. Oha! Ich versuchte es ein paar Meter und beschloss dann: Never! Ich drehte wieder um und winkte Tom, er solle es als erstes probieren, aber auch er sagte: Nee, ist nicht! Wir tauchten dann über die Wand nach oben auf etwa 3 Meter und danach wieder runter. Puh, alles gut gegangen. Stephan schnorchelte während der ganzen Zeit über uns hinweg. Wieder an Bord hatten wir wieder eine halbe Stunde Pause, dann ging es los, diesmal machte Tom eine Pause und Stephan tauchte mit mir. Wir schwammen los und man merkte schon, das Stephan wesentlich schneller unterwegs war als Tom, was dann auch gleich richtig ärgerlich wurde! Ich sah einen Wurm, der tanzen konnte, wie eine spanische Tänzerin (ein plattes Unterwasserding, dass wunderschöne Bewegungen Unterwasser macht und deswegen spanische Tänzerin genannt wird) und er wippte so vor sich hin- und Stephan mit der Kamera schwamm komplett in die andere Richtung. Arghh!! Ich blieb stehen, fuchtelte vor mich hin, versuchte es mit Klatschen (haha-Unterwasser!), alles, um Stephans Aufmerksamkeit zu bekommen. Nix half, der kleine Wurm tanzte vor sich hin und setzte sich dann an eine Koralle. DANN sah Stephan mich, schwamm die 20 Meter wieder zu mir zurück und ich zeigte auf das unförmige Etwas, das jetzt an der Koralle klebte. Ich wedelte noch ein wenig an dem Wurm herum, vielleicht wollte er ja nochmal schwimmen, aber nichts half und anfassen wollte ich ihn auch nicht.
Tja, wir schwammen dann weiter… Wir sahen dann noch eine große Muschel, bestimmt einen Meter breit. Der Tauchgang war auch ganz cool, wir sahen viele schöne Korallen.
Wieder an Bord hatten wir jetzt bis 4 Uhr Pause, es gab lecker Mittag und wir verschwanden in unsere Kabine, um uns die Fotos auf dem Computer anzugucken.
Hier.kam.die.KATASTROPHE!!!!! Die Einstellungen der Kamera waren so verkorkst, dass wir ALLE Tauchgänge, 6 Stück, nur Fotos in 640x320px gemacht hatten!!!! WTF!!!!! Wir hatten doch gesehen, wie das Mädel im Kamerashop auf ein großes .raw Format gestellt hatte. Scheiße. Ich war sooo traurig, dass ich geweint hab. Der Lionfisch in Mini. Und ich wusste, es würde der letzte Lionfisch sein, den wir auf diesem Trip sehen würden, manche Sachen hat man einfach im Gefühl. Und ohne es vorweg zu nehmen- ich behielt recht, wir sahen den Rest des Trips keinen mehr. Wir konnten dann zwar feststellen, wo das Problem lag, aber der Fehler war passiert und die Fotos im Eimer. Stephan hatte alle Mühe, mich wieder aufzuheitern. Wir gingen dann aufs Sonnendeck und setzten uns in die Sonne.
Gegen 4 Uhr startete dann unser nächster Tauchgang, diesmal schwammen wir mit Simon und das war einfach irre genial! Simon hat als einziger auf dem Schiff eine Erlaubnis, Fische zu füttern. Als wir dann ins Wasser kamen, war schon eine Horde riesiger Fische um ihn herum. Wir sahen dann auch Wally, eine 90-Zentimeter große Wrasse- die man streicheln konnte! Wie cool ist das denn??? Habt ihr schon mal einen Fisch gestreichelt? Er kam immer an, wir streichelten, dann schwamm er weg, kam wieder, wir streichelten wieder. Es war sooo unglaublich! Mit Simon setzten wir uns dann auf den Boden und jeder von uns sollte eine Seegurke auf den Kopf setzen, haha, das fand ich ja gar nicht gut 😀 Total ecklig, aber ich dachte, okay, was solls, setzte mir das Ding auf den Kopf. Dann konnte ich aber fühlen, wie so kleine Widerhaken nach mir griffen und ich gab das Ding schnell weiter. Haha. Wir schwammen weiter, er zeigte uns ein paar Riesenmuscheln und spielte mit den Korallen. Es war soooo cool! 🙂 Wir sahen sogar einen Stechrochen, kleine Tiere. 🙂 Der Tauchgang war ein Highlight dieser Tour. Danach war ich, fix und fertig, durch mit meinen Tauchgängen für den heutigen Abend. Das hieß auch, dass ich das Abendessen richtig genießen und mir den Bauch mit Eis vollstopfen konnte. 🙂
Hier Stephans Kommentar zum Nachttauchgang:
Ich war mit Tom unterwegs und wir sahen jede Menge Predetorfische. Das sind große Fische die auf der Suche nach kleineren Fischen sind. Sie waren überall, wo wir mit unserer Taschenlampe hingeleuchtet hatten. Bevor wir ins Wasser zum Nachttauchgang reinsprangen, sagte noch einer der Guides, dass wir nur maximale 2 Fische bei Nacht „killen“ dürfen. Denn immer wenn wir auf einen kleinen Fisch zeigten war sofort ein Großer da und der vernaschte den Kleinen. Das war gruselig, denn die hungrigen Fische schwammen nur wenige Zentimeter an uns vorbei. Bei Nachts etwas großes unter Wasser zu sehen, kann schon Adrenalin ausschütten 😉

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