In die weite Welt hinein

Great Barrier Rief – West Timor

Der frühe Vogel… und ich bin erkältet! So.ein.Mist. Die anstrengenden letzten Tage zollen ihren Tribut und ich entschied mich dafür, den Morgendive nicht mitzutauchen. Nase war einfach zu und das kann ganz schnell gefährlich werden, weil das Wasser in der Nase und in den Nebenhöhlen sich bei Tiefe zusammenzieht und wenn man wieder auftauchen will, sich wieder vergrößert und das kann sogar das Trommelfell zum Platzen bringen. So oder so ähnlich. Stephan hatte mit seinem Buddy aber Glück im Unglück, ein Tauchlehrer tauchte kostenlos mit ihm.
Hier sein Kommentar zum Morgendive:
Der Tauchlehrer und ich sprangen morgens die kühle See und fanden bei 20 Meter tiefe auch gleich die erste Schildkröte. Die hatte noch gar nicht richtig die Augen und schielte uns verträumt an. Der Tauchlehrer sprach dann mit ihr Unterwasser 😉 und sie fing an sich langsam aufzumachen. Das war echt toll mit anzusehen. Danach tauchten wir weiter und fanden eine süße Nemofamilie. Mama und Papa, beide verteidigten Sie ihre Anemone und behielten unsere Bewegungen im Auge. Ein Stückchen weiter fanden wir dann noch eine große Muschel und riesige Fischschwärme. Es war ein toller Frühtauchgang, doch war das Licht nicht besonders gut, um Fotos zu machen.

Ich schlief währenddessen weiter und Stephan überredete mich, den 8 Uhr Tauchgang zu versuchen. Ich ließ mich überreden und besprach jeeede Menge Notfallszenarien mit Stephan. Als dann ein weiterer Passagier einen Buddy suchte, nahmen wir ihn gleich auf, dann konnte Stephan weitertauchen, wenn ich den Tauchgang abbrechen müsste. Lange Rede kurzer Sinn, es lief alles Paletti, aber ich habe auch noch nie so sehr auf das Knacken in meinen Ohren gelauscht. 😉
Wir hatten einen schönen Tauchgang, sahen viel, aber die Navigation war wiedermal im Eimer, wir hatten wieder keinen Plan und Stephan schwamm einfach weiter. Wir tauchen wieder auf 1-2 Meter auf, schwammen über die Korallen und Stephan schaffte es, einen 360 Grad perfekten Kreis zu schwimmen- nur das er es nicht merkte. Ich amüsierte mich königlich, da wir ja wieder an der gleichen Stelle waren wir vorher und er es nicht bemerkt hatte. Irgendwann kamen wir an eine offene Stelle Meer und Stephan schwamm einfach drauf zu, es wurde immer tiefer und tiefer und ich dachte noch so bei mir: Der schwimmt ja auf den offenen Ozean hinaus! Ich blieb dann stehen und Stephan blieb nichts anderes übrig, als nach oben zu Tauchen und das Schiff zu suchen. Und siehe da- es war die komplett falsche Richtung! Was wohl Phil von uns gedacht hat? 😀 Der hatte gerade erst seinen 5. Tauchgang und von nichts nen Plan. 😀
Gegen Mittag startete dann unser letzter Tauchgang und was soll ich sagen? Es war einer der Besten! Wir sahen zuerst eine Schildkröte, dann einen ganz langen, dünnen Flötenfisch, den hatten wir bisher nicht gesehen und zum Schluss das absolute Highlight- ein Hai! Ein richtiger Riffhai! Ich hatte die Kamera und an dem wilden Fuchteln von Stephan konnte ich sofort erkennen, dass er einen Hai gesehen hatte. Er war mir im Weg, also schwamm ich einfach über ihn hinweg und schaute mal, wie schnell ich denn unter Wasser paddeln konnte. Ich dachte noch, dass es ja total lächerlich ist, einem Hai hinterher zu schwimmen, er ist ja schneller als ich, aber ich wollte ein Foto, also Zack- Verfolgung aufgenommen. Ich kam richtig schnell voran und verlor den Hai wenigstens nicht aus den Augen. Dann schwamm er in eine kleine Höhle und das war mein Glück- da musste er nämlich auch wieder raus! Ich wartete dann und tatsächlich bekam ich richtig tolle Videos und Fotos. 🙂 Wieder an Bord waren wir so unglaublich glücklich, dass wir so ein Highlight noch gegen Ende hatten und auch für Phil war es toll, es war nämlich sein erster Hai. 🙂
Nach dem Mittagessen legte ich mich in die Sonne, Stephan ging noch einmal Schnorcheln und gegen 2 Uhr hieß es Abschied nehmen vom Schiff, der Crew und einem der schönsten Trips, die wir gemacht hatten. Es war wundervoll.
Wieder an Land hieß es dann noch die Kamera wegbringen und darauf freuten wir uns überhaupt nicht, denn ich wollte Geld wiederhaben für meine verkorksten Fotos. Glücklicherweise konnte ich beweisen, dass die Dame im Laden Schuld hatte und mir eine verstellte Kamera gegeben hatte, aber ich glaube nicht, dass man in Deutschland dafür Geld wiederkriegen würde. Hier sind wir aber in Australien und ich bekam ernsthaft 58 Dollar von den 156 Dollar wieder. Das ist schon ordentlich und wir bedankten uns artig. Trotzdem hätte ich aber lieber einen großen Lionfisch gehabt und nicht so ein Winzelding.
Im Hostel angekommen gingen wir nur noch schnell was Essen und fielen dann todmüde ins Bett. Was für ein Abenteuer! Morgen treffen wir uns mit Wiebke, einer ehemaligen Studiumkollegin, die sich auch entschloß in der weiten Welt herum zu reisen.

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