In die weite Welt hinein

Tauchen – Spiegel Grove und French Reef

Oha. Kein guter Tag!
Wir fuhren früh los, denn heute hatten wir 2 Tauchgänge in den Keys. Es kam aber alles nicht so wie erwartet und machte uns am Ende des Tages eher kaputt und müde, als voller Freude und Motivation.
Als wir bei dem Tauchshop gegen 8 Uhr in der Früh ankamen wurden wir erst einmal darum gebeten alle Formalien auszufüllen und den Preis zu bezahlen. Danach probierten wir unsere Ausrüstung an und und brachten sie zum Boot. Bis dahin war die Welt auch noch in Ordnung. Auf dem Boot wurden uns unsere Divemaster vorgestellt und wir bekamen einen Platz zugewiesen. Die Divemaster waren alle noch sehr jung und so hippelig, dass sie uns schon nach einige Minuten unsympatisch waren. Das war uns so noch nie passiert und drückte auf unsere Stimmung.
Dann ging es los, kurze Instruktion vom Kaptän, Anker gelöst und raus aufs offene Meer. Unser erster Tauchgang ging zum Spiegel Grove, einem Wrack. Normalerweise bekommen wir noch viele Infos, wie das Schiff hieß, warum es gesunken war, hier gab es nur die Standardinfos wie wir uns zu verhalten haben. Naja. Vor Ort war eine Strömung, die aber nur halb so stark war wie gestern. Angeblich. Wir waren mit 3 anderen in einer Gruppe. Die sah ich aber den ganzen Tauchgang über nicht mehr, denn ich ging als letztes ins Wasser und ab da ging es bergab. Die Strömung war wirklich unglaublich stark, sowas habe ich noch nicht erlebt. Am Anfang war noch alles in Ordnung, aber irgendwann war Schluss. Ich sollte mich nur an einem Seil langhangeln, dann ein Seil hinunter, aber es ging keinen Meter weiter. Zwischen den beiden Seilen war ein 1 Meter breiter Abstand und er war völlig unüberwindbar für mich. Zu allem Übel ging auch noch mein Bleigurt auf und ein Mädchen vom Boot musste mir helfen- mein Guide war schon 7 Meter unter mir. Irgendwann kam sie dann doch wieder hoch und gab Tipps. Dann schaffte ich es endlich ans richtige Seil, sank aber einfach nicht. Ich versuchte es ein paar Minuten und tauchte dann wieder auf. War halb vor einem Nervenzusammenbruch, denn am Seil halten kostete unglaublich Kraft und langsam kam ich mir auch echt dämlich vor. Ich war kurz davor, wieder an Boot zu gehen, wenn ich nicht die ganze Zeit im Kopf gehabt hätte, dass der Mist hier 70 Dollar gekostet hat… mein Guide tauchte dann auch wieder auf (warum zur Hölle war sie überhaupt schon unten!?) und meinte, ich solle mich runterhangeln. Gesagt, getan. Unten traf ich dann auch Stephan wieder, der mir weiter mit dem Seil half. Meine Arme taten schon weh, so sehr krallte ich mich fest, um nicht wegzutreiben. Komplett irre, dieser Tauchgang!
Unten angekommen war die Strömung glücklicherweise weniger, denn das Wrack schützte uns. Ich war eh völlig durch, aber auch Stephan gefiel es gar nicht. Es gab nichts zu sehen, keine Fischis, keine schönen Korallen nur ein verschimmeltes Boot und nach gefühlten 5 Minuten mussten wir auch wieder hoch. Inzwischen taten mir auch die Hände weh, denn auf dem Seil waren viele kleine Muscheln, die mir komplett die Hände aufgerissen hatten. Wieder hieß es festkrallen ohne Ende, was besonders beim Safety-Stop, 3 Minuten auf 5 Metern warten, einfach nur lächerlich aussah, denn Alle hingen an diesem Seil…
Wieder an Bord musste Stephan erstmal trösten und auch eine ältere Dame erzählte, dass sie gestern nicht gegen die Strömung ankam und aufgeben musste. Toller Diveshop ist das, der bei so ner Scheiße Tauchen geht!
Der zweite Stop war dann auch eine negative Überraschung. Wir haben per Email eine Zusage für das Molasses Reef gekriegt, soll sehr schön dort sein, waren dann aber am French Reef Tauchen. Hier war glücklicherweise keine Strömung, aber wirklich spannend war es auch nicht. Das Great Barrier Reef hat Spuren hinterlassen. 😉 Auch dieser Tauchgang endete nicht gut für mich, ein anderer Taucher haute mir seine Metallflasche voll gegens Knie. Boah, Schmerzen! Ich kam gar nicht klar Unterwasser und glücklicherweise war Stephan gleich da und half, denn ich musste heftig nach Luft schnappen und das ist für die Tarierung, also das Schweben Unterwasser, gar nicht gut. Es fing dann sogar an zu Bluten, wie hart muss man mit einer runden Metallflasche treffen, dass es blutet!? Lustigerweise war das Blut grün, weil die Farben Unterwasser ja anders wirken. Haha. Hab bei mir noch so gedacht, ob die Haie wohl das Blut riechen? 😉 Unser Guide hat natürlich nichts mitgekriegt und als ich ihr anzeigte, dass der Tank halbleer war, gab sie auch nicht irgendwelche Zeichen für den Safetystop oder so, Stephan und ich hatten beide keinen Tauchcomputer, weil der Shop keine mehr hatte. Traurig. Wir hatten beide ja keine Ahnung auf welcher Höhe wir uns befanden.
Ich war noch nie so froh wieder an Land zu sein und wollte nur noch weg von diesem bekloppten Diveshop- nie wieder Rainbow Reef Key West! Schlechteste Taucherfahrung ever!
Im Auto bin ich dann sofort eingeschlafen, sooo erschöpft! Nach 40 Kilometern hielt auch Stephan an, bevor ihm die Augen zufielen. Wir holten uns was zu Essen und waren irre froh, als wir in Miami in unserem Hotel ankamen. Todmüde fielen wir ins Bett und schliefen den ganzen Nachmittag. Definitiv einer der drei anstrengendsten Tage unserer Reise!

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