In die weite Welt hinein

Von Notre Dame nach Italien

Heute gab es Frühstück im Hotel  schon das zweite Mal, dass wir Frühstück hatten! Stephan hatte ein Brötchen mit Spiegelei, ich Brötchen mit Marmelade. Dazu gabs schwarzen Tee, Kaffee und einen vietnamesischen Kaffee – der ist besonders stark und schmeckte gar nicht 😉 Die Leute hier vom Hotel sind super freundlich, dass ist echt angenehm, wenn man sich auch mal so mit den Leuten unterhalten kann.

Danach ging es als erstes zu verschiedenen Reisebüros, es gibt hier unendlich viele! Anscheinend bucht man wohl häufiger so. Wir haben eine halbe-Tages-Tour für morgen zu den Cu Chi Tunneln gebucht und wollen morgen eine weitere Tour nach Can Tho buchen, da sind wir dann 2 Tage unterwegs und zahlen inklusive Guide, Bus, Boot, Hotel nur 23 US Dollar pro Person, scheint uns ein guter Preis zu sein.

Als nächstes ging es zum Ben Thanh Market, eine überdachte Halle mit vielen kleinen Ständen. Ich hab mir neue Schuhe für 18 Euro gekauft, Stephan eine Hose für 8 Euro und ein T-shirt für 1,70 Euro . Ob das jetzt richtige Schnäppchen waren, wage ich bis auf das T-shirt zu bezweifeln, aber mein Gott, in Deutschland wärs teurer gewesen. Schlimm war leider auch, dass die Leute einen hier richtig angefasst haben, um einen zu den Ständen zu ziehen, das war nicht toll. Aber ich denk mir halt immer, die Leute haben hier so wenig Geld, die versuchen einfach alles und für uns sinds nur ein paar Euro. Wir haben mehrere gesehen, die in den Ständen geschlafen haben, dort ist 24 Stunden geöffnet und wer weiß, wie oft die Menschen da das Tageslicht sehen und nach Hause können. Schlimm ist es auch, wenn man die Straße langläuft und die Frauen richtig im Müll buddeln, ob sie noch was brauchbares finden, während man selbst wegen des Gestanks schneller weiter geht. Ich habe auch das Gefühl, dass viele Menschen tagsüber nichts zu tun haben, sprich arbeitslos sind.

Nun ja, dass wird uns in den nächsten Ländern leider auch noch begegnen. Wir sind jedenfalls weiter Richtung Bitexco Tower, das zweithöchste Gebäude Vietnams. Im Internet hatte ich gelesen, dass man umsonst raufkommt, wenn man ins Cafe geht, wir also hoch und so die 8 Euro Eintritt gespart. Leider waren die Getränke dann absolut teuer und wir haben 12 Euro für ein Bier und einen Mangosaft bezahlt. 😉 Der Mangosaft war aber frisch gepresst! Kannte ich so nicht, war lecker.

Das nächste Ziel war Notre Dame, so wird eine Kathedrale hier genannt. Lustigerweise kann man die Kirche nur eine Stunde täglich, von 15-16 Uhr besichtigen und wir waren zufällig genau zur richtigen Zeit da. Die Kirche war nicht sonderlich spannend, tolle Kirchen kennen wir ja schon aus Lübeck 😉

Als letztes auf unserer Sightseeingtour ging es zum Kriegsopfermuseum. Für 50 Cent Eintritt konnte Stephan Fotos von Panzern und Hubschraubern machen, ehe wir im Museum viele Bilder von Kriegsopfern sehen konnten. Das waren wirklich, schlimme Bilder. Einerseits die getöteten Vietnamesen von den US Soldaten und dann die Kinder, die durch das ganze Agent Orange fehlgebildet waren. Im Internet steht vielfach, dass das Museum sehr einseitig ist, Vietnamesen gut, Amerikaner schlecht und auch ich bin durchs Museum gelaufen und dachte: „Man man man, die Amerikaner haben schon viel kaputt gemacht auf der Welt“, nachdem wir ja auch schon in Hiroshima waren. Dann ist mir eingefallen, dass wir ja Deutsche sind und ich mal lieber nicht so Vorurteile gegen heutige Menschen haben sollte, nur weil es in der Vergangenheit so viel Elend gab. Stephans Kommentar dazu war: “ Und in Syrien wird gerade Kriegsgeschichte geschrieben“. Schon Müll, Krieg an sich!

Abends ging es dann noch in ein italienisches Restaurant, wo wir ganz-okay-Pizza und eine super-leckere-Minestrone gegessen haben. Ich bestellte mir auch einen Apfelsaf nur um dann festzustellen, dass dieser frisch gepresst wurde. Ich konnte die Apfelsaftmaschine nicht sehen, aber Stephan meinte dass die Kellnerin 15 Äpfel oder mehr für nur 0,2 l Saft verwendet hat. Schmeckte auf jeden Fall ganz anders – als der konventionelle Apfelsaft in deutschen Läden.

 

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